£Ê¯ANY LOSSAINEN, Loßainen
   Kr. Kêtrzyn, Gem. Reszel
   Kreis Rößel

 

Einige ausgewählte Schlösser und Gutshäuser

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   Vorderfassade
Das Ensemble mit dem großzügig ausgebauten Wirtschaftskomplex und dem ehemaligen Gutsdorf hat eine malerische Lage am Legienersee (Legieñskie) an der Straße Bischofsburg-Rößel (Biskupiec-Reszel), 9 km südlich von Rößel.
Das Dorf am Legienersee wurde 1359 gegründet. Von der Vorgeschichte des Guts ist wenig bekannt. Höchstwahrscheinlich gehörte das Dorf zum Großgrundbesitz Legienen (Leginy) und erst im 18. Jh. wurde das Gut Lossainen ausgesondert. Um das Jahr 1885 kaufte Gustav Fischer das Gut. Sein Sohn Reinhold (Konteradmiral) wurde 1910 geadelt, änderte seinen Namen in Fischer-Loßainen und gründete hier ein Majorat.
Zum Gut gehörten mit dem Vorwerk Plönhöfen (Plenowo) 628 ha Land, eine Ziegelei und eine Windmühle. In der Literatur wird oft angegeben, dass der Herrensitz 1900 gebaut wurde. Da der Bau jedoch mit der Gründung des Majorats zusammenhing, ist das vermutliche Baujahr 1910. Es entstand damals ein reizvoller neubarocker Bau mit einem Mansarddach, angelegt auf einem rechteckähnlichen Grundriss, mit einem Eckrisalit, einer Veranda, einem polygonalen Türmchen und einem majestätischen Westturm mit gewölbtem Walmdach, bekrönt von einer wohlgestalteten hohen Laterne. Verschiedenartige Architekturdetails schmücken die Außenwände. Die ursprüngliche Anlage der Innenräume blieb fast unverändert.
 

 

 


Herbstbeginn im Park

      Anlageplan vor 1945.

Erhalten sind einige Einrichtungen und Ausstattungselemente: die Stuckdecken in den Repräsentationsräumen, Kamine aus Marmor, Keramik und sogar einer aus Holz, Wandschränke, Eichenwandtäfelungen, originale Kacheln in der Küche und das unveränderte Badezimmer im Obergeschoss. Unlängst sind vom gegenwärtigen Pächter im Weinkeller Wandmalereien entdeckt worden, die Embleme der Meeresflotte darstellen. Sollte es der Lieblingsraum des Konteradmirals gewesen sein?
Das Herrenhaus steht inmitten eines schönen ländlich angelegten Parks, der im Osten in einen Naturwald übergeht. Im Nordosten befand sich das Mausoleum der Familie Fischer, das jetzt in eine Kapelle umgestaltet wurde. Im Süden der Anlage standen die gewaltigen roten Backsteinbauten des Wirtschaftsbereichs mit einem beachtenswerten Architekturdekor. Besonders interessant ist die alte Schmiede und deren Staffelgiebel.
Das Herrenhaus hat die Kriegswirren fast unbeschädigt überstanden, doch es wurde total ausgeplündert. Das Gut Lossainen gehört der Ermländisch-Masurischen Universität in Allenstein (Olsztyn). Seit vielen Jahren befand sich hier ein Mustergut und eine landwirtschaftliche Versuchsanstalt.
Seit den 1990er Jahren hat Tadeusz Matyjek das Haus und den Park gepachtet. Er hat das Haus unter großer Rücksichtnahme auf die alte Substanz renoviert. Das Schloss ist Privatsitz. Hier finden auch Treffen führender Politiker statt. Das Herrenhaus und der Park in Lossainen befinden sich jetzt in einem sehr gepflegten Zustand.

 


Ansicht vom Nordosten her