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Ma³gorzata Jackiewicz-Garniec, Miros³aw Garniec
Burgen im Deutschordensstaat Preußen
Pomesanien, Oberland, Ermland, Masuren
   
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Ma³gorzata Jackiewicz-Garniec: Texte zu den einzelnen Objekten
Miros³aw Garniec: Fotos, grafische Gestaltung, Pläne, Risse und Karten,
Mitarbeit an den Texten zu den Objekten

Autoren der Texte in der Einführung:
Janusz Trupinda, Der Deutschordensstaat in Preußen
Marian Arszyñski, Die Wehrarchitektur des Ordensstaates
Miros³aw Garniec, Architektur und Staat - Architekturtypen der Burgen
in Pomesanien, dem Oberland, Ermland und Masuren

Bo¿ena Januszewska und Katarzyna Wolska:
gemalte und gezeichnete Rekonstruktionen der Burgen

Wissenschaftliche Beratung: Tomasz Torbus
Sprachliche Redaktion und Korrektur: Katharina Maes
Korrektur: Joanna Demko

Druckherstellung: Miros³aw Garniec, Studio Wydawnicze ARTA, Olsztyn
Skaning und CTP: Studio AVALON Sp. j., Olsztyn
Druck: Energopol-Trade-Poligrafia Sp. z o.o., Olsztyn
Einband: Olsztyñskie Zak³ady Graficzne SA

Auf der Titelseite: Die Burg des Domkapitels von Pomesanien in Schönberg bei Deutsch Eylau

1. Ausgabe, Olsztyn 2009
ISBN 978-83-912840-6-3

C Copyright by Studio Wydawnicze ARTA Miros³aw Garniec, Olsztyn 2006

 

Wydano z finansowym wsparciem Fundacji Wspó³pracy Polsko-Niemieckiej
Herausgegeben mit finanzieller Unterstützung der Stiftung
für deutsch-polnische Zusammenarbeit






Alle die brûdere sulen sich sô engegen einander halden, daz die milde eintrehtekeit brûderliches namen in unmiltekeit sich iht verkêre, sunder sie sulen sich vlîzen des, daz sie sô in brûderlicher minne einmûteclîche unde gûtlîche in dem geiste der senftecheit leben mit einander (.). Sî aber, daz dikeine brûder underwîlen mit worten oder mit werken under einander sich missehandelen, die en vristen sich niht zu sûnene sich (.). Der Apostel manet, daz die sunne iht undergê ûf unseren zorn (.).


[Max Perlbach, Die Statuten des Deutschen Ordens nach den ältesten Handschriften, Hildesheim/New York 1975, s.48-49.]











Von den Autoren zum Geleit

Vor sieben Jahrhunderten entstand der Deutschordensstaat in Preußen. Er stellt ein Phänomen dar, das jeden nachdenklich macht und in Staunen versetzt, der auch nur in Ansätzen etwas über seine Geschichte weiß. Für Kenner und Liebhaber strahlt er eine immerwährende Faszination aus. Dieser Staat übte einen gewaltigen Einfluss auf die spätere Geschichte und Kultur jenes Gebiets aus, dessen Geschicke er lenkte. Zugleich schuf der Ordensstaat eines der mächtigsten Systeme an Burgen in Europa, von denen viele bis heute erhalten geblieben sind. Damit hinterließ er eine unauslöschliche Spur in der Landschaft. Unvorstellbar wäre heute das Panorama des Ermlandes, Masurens, des Oberlandes und Pomesaniens ohne die gotischen Türme der Burgen und Kirchen, die im Mittelalter von den Rittermönchen des Spital-ordens des Deutschen Hauses St. Mariens in Jerusalem - aber auch von den Bischöfen und Kanonikern, die zusammen mit den Rittern die Landesherrschaft ausübten - erbaut wurden. Nicht allein die Dimen-sion dieses Bauunternehmens war einzigartig, sondern auch das Material, d.h. die Ausschließlichkeit, mit der man in Preußen mit Backstein baute.

Die Schönheit dieser Bauten erstaunt, die raffinierte Einfachheit ihrer Architektur resultiert auf direktem Wege aus deren Funktionalität. In diesen Mauern kommt man nicht umhin, an die rohen Zeiten zu denken, deren scheinbar stumme - aber doch beredte - Zeugen sie waren. Sie sind materieller Ausdruck einer abgehobenen Idee, in den heidnischen Randgebieten des damaligen Europa einen Ordensstaat zu schaffen. Diese Idee fand mit einer wahrlich "teutonischen" Konsequenz durch die Mönche mit der Waffe in der Hand ihre Umsetzung. Diese pragmatischen Idealisten erreichten ihr Ziel erst in dem Moment, als sie begriffen, dass sie ihr gelobtes Land weder in Palästina noch in Siebenbürgen finden würden, sondern eben genau in Preußen. Die Mauern dieser Burgen schließen in sich die Wahrheit darüber ein, welchen höchsten Preis die Einheimischen dieser Gebiete, die Pruzzen, bezahlten. Sie wurden mit der Waffe in der Hand zum Christentum bekehrt und überdies gezwungen, diese prächtigen Bauten für ihre neuen Herren zu errichten. Später wurden sie so gründlich assimiliert, dass jegliche Spur von ihnen verloren ging. Aber auch die Eroberer und Bauleute der stolzen Burgen sind letztlich die Verlierer der Geschichte: Erst verloren die Ordensritter gegen Polen-Litauen bei Tannenberg, und der Staat brach zusammen, später wandten sich die eigenen Staatsbürger gegen sie. Der Aufstand 1454 vergegenwärtigt, dass der Staat, der noch ein Jahrhundert zuvor der modernste auf dem Kontinent war, zum mittelalterlichen Anachronismus geworden und in seiner alten Form nicht mehr lebensfähig ist. Dem letzten Hochmeister in Preußen gebührt Hochachtung, da er erkannte, daß die einzige Rettung dieses Ordensstaates in seiner Säkularisierung lag. In die gotischen Burgen zog ein völlig neuer, weltlicher Geist ein.

Die Erinnerung an diesen politisch überaus aktiven Staat bereitete Europa über die folgenden vier Jahrhunderte nicht wenige Probleme. Zum Glück leben wir in Zeiten, in denen die Stereotypen des 19. und 20. Jhs. in Vergessenheit geraten, Stereotypen, die entstanden und bemüht wurden im politischen und ideologischen Kampf. Wir setzten uns zum Ziel, von diesen Stereotypen abzukommen, da sie doch mit dem Orden und dem Mittelalter kaum etwas gemein haben. In Deutschland wurden die Ordensritter von ihrem idealisierenden Sockel gehoben, in Polen im Grunde genommen entdämonisiert. Es bleibt nur zu hoffen, dass beide Prozesse auf einen gemeinsamen Berührungspunkt zulaufen, der sich Objektivität nennt. Wir glauben, dass unser Buch einen wichtigen Beitrag hierzu leistet.


Der Leser findet in diesem Buch die Geschichte des Ordens und seiner Architektur und, vor allem, die Beschreibung aller Wehrbauten des Ordensstaates, die auf dem von uns beschriebenen Gebiet entstanden sind. Gemeint ist das historische, eigentliche Preußenland: das Territorium, das vor der Eroberung von den Prußen bewohnt wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg zu Polen kam. Heute nehmen diese Gebiete den Ostrand der Wojewodschaft Pommerellen (Pomorskie) und der Wojewodschaft Ermland-Masuren (Warmiñsko-Mazurskie) ein. Dieses Gebiet, das sich östlich der Weichsel-Nogat-Linie erstreckt, umfasst das historische Pomesanien, Oberland sowie Ermland und Masuren. Wir beschreiben alle erhaltenen und als dauerhafte Ruine bestehenden Burgen, aber auch jene, wo allein ein Standort, überliefert in Quellen und bestätigt durch archäologische Untersuchungen, bekannt ist - insgesamt 46 gemauerte Bauten und eine Erd-Holz-Anlage (Grunenberg/Gronkowo). Dank neuester archäologischer Forschungserkenntnisse zu den Burgen Mohrungen (Mor±g), Johannisburg (Pisz) und Christburg/Dzierzgoñ (unser Dank gebührt Dr. Antoni J. Paw³owski für die Hilfe bei der Bearbeitung von Christburg) konnten diese hier zum ersten Mal ausführlich analysiert werden. Unsere eigenen Überlegungen und Forschungen führten zu zahlreichen Neuinterpretationen - so z.B. bei Osterode (Ostróda), Hohenstein (Olsztynek), Mehlsack (Pieniê¿no), Riesenburg (Prabuty) oder Rhein (Ryn).

Die Beschreibungen der einzelnen Burgen - des Deutschen Ordens, der Bischöfe und der Dom-kapitel - werden ergänzt durch Informationen zu den wichtigsten historischen Ereignissen, deren Zeuge die Burgen wurden. Wichtigster Teil ist jedoch die Architekturgeschichte des jeweiligen Baus, gestützt von einem umfangreichen Bildmaterial, bestehend aus Dutzenden von Abbildungen, Plänen, Vedouten alter Meister und Archivaufnahmen - manche werden hier zum ersten Mal veröffentlicht. Hinweisen möchten wir auf die ganz außergewöhnlichen Inventarzeichnungen aus der Feder von Conrad Steinbrecht, dem Restaurator der Marienburg (Malbork) und ausgezeichneten Kenner der Ordensburgen. Die heutigen Fotos sind gleichwertiges Element des Textes - sie erlauben dem Leser ein Gespür zu entwickeln für die Schönheit der gotischen Architektur, die zu verschieden Tages- und Jahrezeiten vor dem Hintergrund dieser außergewöhnlichen Landschaft fotografiert wurde. Die Innenaufnahmen - zumeist bei natür-lichem Licht - erlauben in vergangene Zeiten einzutauchen. Fast jeder Beschreibung liegt ein Lageplan bei, der auf Grundlage von alten Plänen und Karten entstand. Rot markiert sind in den Grundrissen Ergebnisse aus der neuesten Forschung oder unsere eigene Ergebnisse.

In unserem Buch vertreten wir die Meinung, dass die Größe und das funktionale Programm beinahe jeder Burg von der Stellung abhing, die sie in der administrativen Struktur des Staates einnahm. Da diese Struktur vierstufig aufgebaut war, erarbeiteten die Ordensritter vier Burgmodelle: Konventsburgtypus für die Komturburgen (das allgemein bekannte Modell) sowie die hier zum ersten Mal beschriebenen Bautypen für die Amtssitze des niederen Beamtentums - Vogt-, Pfleger- und Kämmererburgen. Diese These wird im Einleitungstext "Architektur und Staat - Architekturtypen der Burgen in Pomesanien, Oberland, dem Ermland und Masuren" dargelegt. Laut diesem Konzept beginnt jede Beschreibung mit der Information, nach welchem Modell die jeweilige Burg errichtet wurde und welcher Beamte hier seinen Sitz innehatte. Da sich die Funktionen der Burgen mitunter änderten, werden solche Wechsel im eigentlichen Katalogtext aufgeführt, auf der historisch-touristischen Karte nachvollziehbar gemacht sowie im oben erwähnten Beitrag thematisiert.

In der Einführung findet der Leser auch Beiträge zur Architektur und Geschichte des Ordensstaates aus der Feder bedeutender Ordensforscher wie Professor Marian Arszyñski und Doktor Janusz Trupinda, die den nötigen Hintergrund zu den von uns angesprochenen Fragestellungen liefern. (Beiden Autoren sei an dieser Stelle für ihr Engagement gedankt.)

Was das Buch auszeichnet, sind die neuesten Rekonstruktionen der Burgen, dargestellt in Form von historistischen Gemälden. Diese - speziell für das Buch geschaffenen - ausgezeichneten Werke von Bo¿ena Januszewska und Katarzyna Wolska beschwören in außergewöhnlicher Weise das Klima und den Geschmack jener Epoche herauf. Man sollte sich bewusst machen, dass trotz umfangreicher Staffage und ausgewählter Ornamentik sowie der damals angewandten "phantastischen" Perspektive diesen Bildnis-sen der Burgen die neuesten Erkenntnisse zu ihrer Raumplanung zugrunde liegen.

Die Beschreibungen der einzelnen Objekte erfolgen in alphabetischer Reihenfolge, wobei der polnische Name ausschlaggebend ist. Die deutsche Bezeichnung steht als die historische an zweiter Stelle und ist zur besseren Unterscheidung grau gehalten (ähnlich wie in Angaben zu historischen Verwaltungsein-heiten). Um dem deutschen Leser das Auffinden zu erleichtern, findet er am Ende des Buchs ein Ortsregister, in dem die deutschen Namen an erster Stelle angegeben werden. In den eigentlichen Beschreibun-gen und in der Einführung operieren wir ausschließlich mit den historischen deutschen Namen der Orte, Flüsse, Anhöhen und Seen.

(Unser besonderer Dank gilt Dr. Tomasz Torbus für die wertvollen Hinweise und Bemerkungen.)

Die "Burgen im Deutschordensstaat Preußen" bilden die Fortsetzung der Reihe, die mit dem Buch "Schlösser und Gutshäuser im ehemaligen Ostpreußen" ihren Anfang nahm. Ein weiteres Buch zu den Sakralbauten der Region ist in Arbeit. Diesmal entführen wir Sie in die Gemäuer und Gemächer der alten geheimnisumwitterten Burgen und führen Sie auf die Spur ihrer stolzen Schöpfer - der Mönchs-ritter des Deutschen Ordens.



Ma³gorzata Jackiewicz-Garniec
Miros³aw Garniec





Zamki pañstwa krzy¿ackiego w dawnych Prusach | Pa³ace i dwory dawnych Prus Wschodnich / Schlösser und Gutshäuser im ehemaligen Ostpreußen
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